Skandalmeldungen zu Verbrennern überhäufen sich schier

Als ob eine Lawine losgetreten wurde überhäufen sich in den letzten Wochen die Meldungen, wo überall die Kunden und eigentlich alle Menschen durch die Automobilindustrie belogen und betrogen wurden. Aber es findet eigentlich keine wirkliche Entrüstung statt, die der Tragweite der Vorkommnisse gerecht wäre. Es wird halt hingenommen, man ergibt sich eben dem schnöden Mammon ‚Auto‘ als gr0ßes Stück persönlicher Freiheit, egal wie dreckig diese Freiheit ist.
Und genauso agiert auch die Regierung und entsprechenden Ministerien, nur nicht auf das Recht pochen, es könnte ja ein großer Bumerang für die verstrickten Regierenden werden. Einfach unerträglich für mich!

Gut, ich habe die letzten Wochen auch hier nicht so viel beigetragen, weil ich mich damit beschäftigt habe, wie ich noch ein Stück echter Freiheit mit Elektromobilität erreichen kann und habe mir einen Langläufer mit viel Fahrspaß zugelegt, jetzt wird den Verbrennern in der Familie der Sprithahn abgedreht.

Trotzdem der Skandale hat sich die Haltung der meisten Leute in meinem Umfeld noch nicht wirklich gegenüber den Elektroautos geöffnet, immer noch kommen die gleichen Einwände von denen, die einfach nichts am Verhalten, dem vermeintlichen Komfort und der ja nicht durch sie verursachten Luftverschmutzung, ändern. Immer kommt die Reichweite, die Zuverlässigkeit, das andere Fahren… als Killerargument. Da hab ich dann auch wenig Lust zu argumentieren, sondern handle einfach für mich. Die Änderung kommt sowieso, mit oder ohne die Adaption durch die ewig gestrigen!

Wofür die Industrie Geld ausgibt ist schon beachtlich (bedenklich)!

Also wenn ich auf der Suche nach Elektromobilität die Suchergebnisse ansehe, dann stockt mir der Atem bei solchen Verbänden oder Vereinen:

http://www.bem-ev.de/

Was haben die Mitarbeiter, welche vor allem aus Vorstand und Präsidenten bestehen, bisher eigentlich bewegt? Und was da so an Mitgliedsfirmen aufgeführt werden, der Wahnsinn.

Ich glaub ich muss mal anfragen, wieviele Elektroautos von den Top-Managern dauerhaft und vorwiegend gefahren werden….

Die Meldung des Tages und der Aufhänger für diverse Diskussionen

Die Meldung von heise.de hier zeigt, dass es wohl in vielen Kreisen eine gewisse Ideenlosigkeit gibt, wie man die Elektromobilität ins Rollen bringt:
Elektroautos-Was-Subventionen-in-anderen-Laendern-bringen-3141195.html
Was ist meine Wahrnehmung dazu?

  • ich glaube, dass bei komplexen Herausforderungen nicht nur ein Mittel hilft es zu lösen
  • welchen Interessenkonflikt haben die vielen an der heutigen Automobilwirtschaft beteiligten Unternehmer, die es bei Elektroautos nicht mehr braucht? Wie Getriebebauer, Auspuffhersteller, Katalysatorhersteller, Kolbenhersteller, Motor- und Getriebeölhersteller….
  • gibt es nicht bereits in der Nähe der Automobilhersteller einen Partner, der eigentlich darunter leiden wird, wenn es mehr Elektroautos gibt? Den KFZ-Händler, der dann so gut wie kein Wartungsaufkommen mehr hat! Er kann aber weiterhin die Karosserien reparieren und hat womöglich den Bedarf an neuem Know-How (Energie- und Elektrotechniker?).

Am gleichen Tag melden die Medien, dass die Feinstaubbelastung in Stuttgart wieder zu hoch ist

Da kann ich nur sagen, selbst schuld! Oder wie soll man es verstehen, das die Kommunen ein paar Steuerelemente durch das E-Mobilitätsgesetz an die Hand bekommen haben, diese aber wohl nicht richtig zu nutzen wissen?
Seit es Autos mit E-Kennzeichen gibt, ist aber so gut wie nichts für deren Unterstützung passiert. Die Bundesregierung kann sich wieder mal die Hände in Unschuld waschen, sie hat ja ein Gesetz erlassen, nur ist dessen Umsetzung in der Hand der Kommunen. Die wissen aber eher nichts mit dieser Freiheit anzufangen. Kommt mir irgendwie vor, wie das Recht zu Wählen, blöd aber, wenn man nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat?
Also wurde eine Waffe ohne Munition geschaffen, wie soll damit die Elektromobilität vorangebracht werden?

Aber keine Angst ihr Verbrennungsmotor-Fahrer, es gibt keine Einschränkungen bei der Zufahrt der belasteten Städtezonen. Sowas nenne ich gelinde einen zahnlosen Tiger oder schlimmer ein Gesetz, welches von vielen teueren Beamten konstruiert wurde und nichts als ein schlechtes Gefühl bringt!

Nettes Erlebnis in Roth

Eigentlich wollte ich nur mit einem Freund mal wieder die neuesten Infos über Erneuerbare Energien austauschen und weil er sich auch schon für Elektromobilität interessiert hatte, wollte ich ihn natürlich zuhause abholen und mit in die Kneipe nehmen.
Der Vorabcheck, ob dort in der Nähe eine Lademöglichkeit wäre ergab, dass am Freibad in Roth eine Ladesäule, zwar nur mit Schuko-Stecker, aber immerhin vorhanden ist und noch dazu kostenlos.
Jetzt im Winter ist es sogar bei relativ hohen Temperaturen, größer 0 Grad, trotzdem knapp, dass ich mit einer Ladung und normalen Geschwindigkeiten auf der Schnellstraße und Autobahn (ca. 105 km/h) die 100km zur Arbeit und zurück schaffe. Also von den angeblichen 150 km Reichweite im Katalog weit entfernt.
Aber ich hab inzwischen auch gelernt, mich nicht auf neue Ladesäulen zu verlassen, wenn ich die noch nie ausprobiert habe. Denn selbst die sonst verlässliche Webseite mit den Ladesäulen ist nicht immer aktuell und belastbar. So war es dann auch, wir kamen an der Säule an, es war kein Parkplatz ersichtlich, da auf dem einzigen der Fiat 500 E der Stadtwerke stand. Aber viel schlimmer war, dass die Säule einfach nicht zugänglich war, sie war verschlossen und mit keiner meiner Ladekarten (Plugsurfing, The New Motion) entsperrbar. Was soll das?????

Meinen die Stadtwerke in Roth wirklich, dass ich mir eine Karte von ihnen für die bisher 3 angebotenen Ladesäulen der schlechtesten Ladetechnik anschaffe?

Also so wird die Elektromobilität sicher keinen Durchbruch finden. Wenn sich jede kleine Einheit versucht durch eine inkompatible Lösung abzuschotten. Oder wie wäre es, wenn jeder Landkreis eine andere Zapfpistole bei den Benzinzapfsäulen hätte?

Es zeigt auch deutlich, das das Engagement der Regierung für die Schaffung einer guten Ladeinfrastruktur völlig fehlt. Aber Infrastrukturen sind ja schon lange etwas, das die öffentliche Hand besser privatisiert. So wird es auch der Hauptpunkt des Scheiterns der Ziele sein, dass wir bis 2020 1Mio. Elektroautos haben. Also eine absolute Lachnummer!

Zum Glück gibt es bei Tank&Rast die Universal-Schnellladesäulen, die mit 50kW auch den Chademo-Anschluss für Gleichstromladung unterstützen. Dafür zahle ich auch gerne einen fairen Strompreis!
Der privat zuhause gerade mal 0,21 Euro pro kWh beträgt und das sogar noch mit Ökostrom!

Viele Diskutieren über die Wege hin zu mehr Elektromobilität

Aber wie viele haben denn schon wirklich eigene Erfahrungen damit gemacht?
Ich bin immer wieder überrascht, dass irgendwo medienwirksame Stellungnahmen gemacht werden, die eigentlich am Ziel vorbei schießen.


Ein Beispiel aus meiner Region:
N-ERGIE BAUT LADEINFRASTRUKTUR AUS Die Elektromobilität kann wesentlich dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht. Um den Umstieg auf Elektrofahrzeuge attraktiv zu machen, braucht es vor allem eine flächendeckend ausgebaute Ladeinfrastruktur. In Nordbayern treiben die N-ERGIE und ihre Partner im Ladeverbund Franken+ den Aufbau von Ladesäulen voran. Allein im vergangenen Jahr entstanden 33 neue Lademöglichkeiten im Ladeverbund Franken+ – 20 davon durch die N-ERGIE in der Metropolregion Nürnberg. Insgesamt können jetzt im Gebiet des Verbunds an 64 Stationen in 30 Orten Elektrofahrzeuge „tanken“. Außerdem hat die N-ERGIE Ladesäulen der ersten Generation durch moderne Säulen ersetzt. Diese sind mit je zwei Typ2-Steckern mit einer Leistung von je 22 Kilowatt ausgestattet. Damit können jetzt zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig und mit weitaus höherer Geschwindigkeit aufgeladen werden als bislang. Der Fahrer benötigt keine Zugangskarte mehr. Bis das neue Abrechnungs- und Zahlungssystem im Lauf dieses Jahres eingeführt wird, stehen die Ladesäulen kostenfrei zur Verfü- gung. Damit auch die älteren Elektrofahrzeuge, die noch nicht für den neuen Standard der Typ2-Technologie ausgestattet sind, ihre Batterien laden können, rüstet die N-ERGIE die beiden Säulen am Königstorgraben 1 und in der Brückenstraße 15 in Nürnberg nicht um. Dort kann weiterhin an jeweils zwei Schuko-Steckdosen geladen werden – allerdings nach wie vor mit Ladekarte. Orte mit Ladesäulen steigern ihre Attraktivität deutlich. Das bestätigte der Freystadter Bürgermeister Alexander Dorr. „Wir haben jetzt zwei Ladesäulen, eine für Elektroautos und eine für Elektrofahrräder. Das ist ein wichtiger Baustein zur Förderung des sanften Tourismus und zur Energiewende.“ An der Freystadter E-BikeLadestation können drei Elektrofahrräder gleichzeitig geladen werden. Der Nutzer muss dazu sein Heimladegerät nicht dabeihaben. Die Herstellerfirma der Säule hat ein Ladekabel entwickelt, das in der Tourist-Info im Rathaus Freystadt ausgeliehen werden kann. Während des Ladevorgangs bleibt der Akku gesichert im Fahrrad. Eine Übersichtskarte mit Ladesäulenfinder gibt es online unter www.ladeverbund-frankenplus.de


Klingt gut, aber wie sieht denn die Wirklichkeit aus?

Zur Zeit genieße ich es sehr, dass der Ladeverbund noch kein Geld für die kleinen Ladungen verlangt, die ich mit unserem Elektroauto ab und zu mal brauche, um am Abend wieder nach Hause zu kommen.

Was ist der Pferdefuß dabei?

Nach dem Kauf des Elektroautos musste ich einiges dazulernen, obwohl ich Elektro-Ingenieur bin:

  • die Ladetechnik ist leider ein Punkt, der gar nicht oder extra nicht standardisiert ist. Jede Region hat ihre eigenen historischen Standards, leider.
  • es gibt Wechselspannungs- und Gleichspannungsladesäulen. Die Batterie des Autos ist Grundsätzlich eine Gleichspannungsbatterie, deshalb kann man sich wohl auch als Leihe vorstellen, das eine Gleichspannungsladung die effizienteste ist. Weil sie weniger Umsetzung braucht und damit auch weniger Verluste hat. Sprich wirkliche Schnellladung gibt es nur bei Gleichspannungsladung. Aber die Stromnetze sind bei uns halt mal Wechselspannungsnetze und damit muss eine Schnellladesäule auch einen Gleichrichter haben, das kommt halt teurer als mit reiner Wechselspannung. Wieviel kommt eher auf die Art des Abrechnungssystems an. Denn wer extra eine neue Ladekarte für sein überschaubares Gebiet einführt und die teuere Abrechnungsinfrastruktur aufbaut, kann nicht günstig sein.
    Warum darf man eigentlich nicht mit Paypal zahlen? Ich mag es zwar gar nicht, irgendwelchen großen US-Monopolisten Geld in den Rachen zu schieben, aber das wäre doch auch eine sinnvolle Alternative und Elon Musk hätte auch noch was davon und könnte seine Teslas noch weiter entwickeln….
  • Also unser Nissan Leaf hat zwar als Option einen Wechselspannungslader mit einphasigen 6,6 kW, dies ist aber bei weitem nicht eine Schnellladetechnik. Schlimm wird es dann, wenn der Ladeverbund noch ein Abrechnungssystem einführt, das nach Ladedauer berechnet. Damit bekommt man doppelte Bestrafung. Denn bei anderen Ladeanbietern (z.B. RWE) wird man mit überteuerten Ladekosten belastet, wenn man ab und zu mal etwas Strom braucht um wieder nach Hause zu kommen. Somit wird der eigene Business Case total zerstört. Oder wie sehen sie eine Ladung von ca. 10kWh zum Preis von 7,90 Euro? Das entspricht bei unserem Auto ungefähr einem Preis von 15 Euro pro 100km reinen Energiekosten. Da fahr ich sogar mit meinem M3 noch günstiger. Aber noch schönere Erlebnisse kann ich in den folgenden Beiträgen schildern.